Auf Kurs!

Alessandro Cacciola über das Jahr 2020 in der Andreas Schmid Group.

Wie stark wurde dieses Jahr von der Corona-Pandemie geprägt?

Die Covid-19-Pandemie führte besonders anfänglich zu vielen Fragezeichen. Auch wir, die Andreas Schmid Group, konnten zu Jahresbeginn nicht abschätzen, was auf uns zukommen würde. Durch die konsequente Beachtung eines strengen Hygienekonzepts konnten wir jedoch die ersten Hürden der Pandemie gut überwinden. Da die Sicherheit unserer KollegInnen für uns generell die höchste Priorität hat, passten wir unser Handeln besonders in der aktuellen Phase den sich ständig ändernden Herausforderungen an und versuchten, dadurch das Risiko so gering wie möglich zu halten. Durch unser digitales Unternehmenskonzept ist es uns gelungen, zügig Teile der Belegschaft in das Home- office umzuziehen.

Dadurch konnten wir weiterhin den maximalen Kundenservice bei minimaler Ansteckungsgefahr aufrechterhalten. Hierbei war es für uns natürlich von Vorteil, dass die Quentia, das IT-Systemhaus unserer Gruppe, ein absoluter Experte auf diesem Gebiet ist. Auch in den gewerblichen Bereichen, in denen kein »Arbeiten von Zuhause aus« möglich ist, passten wir alle Abläufe stets an die aktuellen Hygieneauflagen an  und minimierten so das Infektionsrisiko.


Eines muss ich jedoch ganz klar sagen: Es sind unsere MitarbeiterInnen, die uns durch diese Zeiten tragen! Ohne sie wäre das alles nichts wert: Die MitarbeiterInnen stehen trotz der aktuellen Herausforderungen mit vollem Einsatz und Leidenschaft hinter unseren Kunden und dem Unternehmen und »halten den Laden am Laufen«. Hiervor habe ich größten Respekt und möchte besonders in dieser schwierigen Zeit allen noch einmal nachdrücklich und herzlich Danke sagen!

 

Und der Markt?

Die Andreas Schmid Group ist sehr breit aufgestellt und bedient Kunden unterschiedlicher Größen und Branchen. Dadurch konnten Umsatzeinbußen bestimmter Sektoren bisher durch Zusatzgeschäft in anderen Branchen weitestgehend kompensiert werden. So gleicht beispielsweise die erhöhte Nachfrage des Onlinehandels die aktuell vergleichsweise niedrige Nachfrage der Automobilindustrie aus. Die Covid-19-Pandemie hat generell Schwachstellen der Lieferketten offengelegt und verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, Notfallstrategien parat zu haben.
Als Mittelständler sind wir agil, können schnell auf Marktveränderungen reagieren und bieten unseren Kunden auch in diesen turbulenten Zeiten flexible Lösungen an.

 

In welchem Verhältnis steht die aktuelle Pandemie zum Globalisierungstrend?

Handel findet heutzutage weltweit statt und nicht nur die Anzahl geschäftlicher, sondern auch privater Reisen in ferne Länder steigt stetig. Letzteres ist sicherlich ein plausibler Grund dafür, dass das Virus sich so schnell ausbreiten konnte. Betrachtet man die weltweiten Lieferketten, so lässt sich schnell erkennen, dass ein Zugewinn an Globalisierung häufig mit zunehmenden Abhängigkeiten einhergeht. Um Optimierungen und Effizienzsteigerungen zu erreichen, sind Prozesse in vielen Bereichen über den ganzen Globus verteilt und vernetzt. In Zeiten von globalen Wertschöpfungsgeflechten ist es unabdingbar, dass die Supply-Chains ausreichend resilient sind. Nur dann kann sichergestellt werden, dass die Warenströme auch in Krisensituationen noch fließen, die Verfügbarkeit von Endprodukten gewährleistet bleibt und auch Rohwaren wie Halbfertigprodukte in den Produktionsbetrieben verarbeitet werden können.

Wir werden sicherlich kein Ende der Globalisierung erleben, jedoch bin ich überzeugt davon, dass zumindest in Teilbereichen ein Umdenken stattfinden wird. Ich gehe davon aus, dass Unternehmen bestimmte Produkte zukünftig wieder vermehrt selbst produzieren oder sich zumindest Sicherheitsbestände anlegen werden. Außerdem wird beim Lieferantenmanagement wieder stärker auf Diversifizierung gesetzt werden, um sich nicht zu sehr von einzelnen Lieferanten und Regionen abhängig zu machen. Die Logistik hat spätestens seit Ausbruch der Pandemie deutlich an Anerkennung gewonnen und wird als systemrelevant eingestuft.

 

Wie ist Ihre Einstellung dazu?

Einerseits freue ich mich, dass die essenzielle Bedeutung der Logistik erkannt wird. Andererseits ist es sehr schade, dass es solch einer Krise bedarf, um unseren Beruf und seine Relevanz stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Die Logistik arbeitet meistens im Verborgenen und fällt eigentlich nur dann auf, wenn einmal etwas nicht funktioniert. Man nimmt es als selbstverständlich an, dass jegliche Art von Waren ständig verfügbar sind, ärgert sich jedoch beispielsweise über den LKW-Verkehr auf der Autobahn oder das Lagerhaus um die Ecke.

Das haben die Logistikbranche und all ihre Beschäftigten, die jeden Tag eine stabile Versorgung sicherstellen, nicht verdient. Wir als Andreas Schmid Group sind uns unserer systemrelevanten Rolle bewusst und nehmen unsere Aufgabe sehr ernst. Wir nehmen jeden Tag die Verantwortung an und sind stolz darauf, unseren Teil zur Versorgung der Gesellschaft beitragen zu dürfen. 

 

Was hat die Andreas Schmid Group dieses Jahr neben Corona sonst noch beschäftigt?

Wir konnten in vielen Bereichen wesentliche Fortschritte machen – so haben wir in Ingolstadt einen neuen Standort gegründet, unser Europa-Netzwerk erweitert und in Prag einen neuen Kontraktlogistik-Standort in Betrieb genommen. Systemseitig ist sicherlich zu erwähnen, dass wir mit der Implementierung eines neuen Customer-Relationship-Management-Systems sowie eines Warehouse-Management-Systems begonnen haben. Zudem haben wir unsere server-basierten Systeme weitestgehend auf Cloud-Lösungen umgestellt.

Durch die Einführung eines Innovationsmanagements generieren wir außerdem firmenintern gemeinsam Ideen und streben so kontinuierlich nach Verbesserung. Wir wollen über den Tellerrand hinausschauen und den Status quo kontinuierlich in Frage stellen – davon sollen natürlich auch unsere Kunden profitieren.

 

Was macht die Andreas Schmid Group aus – heute und in Zukunft?

Wie unser Firmenname »Andreas Schmid Group« verdeutlicht, sehen wir alle Unternehmensbereiche als eine Einheit. Wir arbeiten eng zusammen und pflegen eine Kultur des Miteinanders. Auch unsere Kunden profitieren von unseren internen Synergieeffekten, die sich in einem exzellenten Service widerspiegeln. Zur Andreas Schmid Group gehören mittlerweile die Stückgutspedition inklusive der Transporteinheit, die Kontraktlogistik, ein eigenes IT-Systemhaus, ein Personaldienstleister, ein Innovation-Lab und eine Werbeagentur. Wir können dadurch maßgeschneiderte Lösungen anbieten, die weit über den klassischen Transport oder die Lagerhaltung hinausreichen. 

Zudem stellen wir einen nachhaltigen Unternehmenserfolg unserer Kunden durch zahlreiche Beratungsleistungen sicher. Wir sind modern, dynamisch und voller Tatendrang!

 

Was sind die Ziele der Andreas Schmid Group für die kommende Zeit?

Die ersten Schritte, um uns noch breiter aufzustellen, sind bereits getan. Natürlich möchten wir uns nicht auf ersten Erfolgen ausruhen. Daher werden wir an unserer Diversifikations-Strategie festhalten und auch im nächsten Jahr national sowie international expandieren. Wir werden auch künftig manuelle durch digitale Prozesse ersetzen und das Unternehmen hierdurch wettbewerbsfähig und zukunftssicher machen. Ein weiteres Ziel ist es, uns als Arbeitgeber attraktiver aufzustellen. Neben einem modernen Arbeitsumfeld nach Work-4.0-Standards liegt uns die gezielte Förderung unserer KollegInnen besonders am Herzen. Hierfür stellen wir unser HR-Management ab Januar 2021 neu auf. Die Erweiterung unseres Leistungsspektrums wird ein weiteres Ziel sein: Wir wollen unser Angebot in den Bereichen E-Commerce, Point-of-Sale und Value Added Services weiter ausbauen.
Mit marktgerechter Produktgestaltung und erstklassigem Service werden wir bestehende und neue Kunden begeistern.