Neue Wege!

Bereit für die Herausforderungen von morgen

2021 – Auch, wenn sich die Wogen der Pandemie nun langsam glätten, sind die Auswirkungen in der Logistik-Branche nach wie vor zu spüren. Wie es die Andreas Schmid Group geschafft hat, gestärkt aus diesem turbulenten Jahr hervorzugehen, erklärt der Vorstandsvorsitzende Alessandro Cacciola im Interview.

 

Herr Cacciola, das zweite Jahr im Schatten der Pandemie neigt sich dem Ende zu. Welche drei Worte beschreiben das Jahr 2021 für Sie persönlich am treffendsten?

Es gibt viele Begriffe, die dieses Jahr gut beschreiben würden. Als Erstes kommt mir der Begriff Volatilität in den Sinn, gefolgt von Zusammenhalt und Flexibilität. Das zweite Jahr in einer Pandemie, dessen Ausmaße und Entwicklungen keiner so recht vorherzusehen vermochte, stellte uns erneut vor ungewisse Bedingungen. Zusammenhalt war und bleibt daher der entscheidende Faktor, der uns die nötige Stabilität gibt – und das auch in unsicheren Zeiten. Eine »Corona-Welle« jagte die nächste und die Wirtschaft hatte mit Hochs und Tiefs zu kämpfen. Auch wir mussten uns flexibel an die Gegebenheiten anpassen und den Herausforderungen standhalten. Und so viel kann ich vorwegnehmen: Wir haben auch dieses Jahr mit Bravour gemeistert.

 

Sie sind folglich zufrieden, wie sich die Geschäfte entwickelt haben?

Die erste Jahreshälfte stand noch unter starkem Einfluss der Pandemie, was sich besonders im B2C-Geschäft widerspiegelte. Der Online-Handel boomt, und das spüren wir sowohl in der Netzwerkspedition als auch in der Kontraktlogistik deutlich. Das erhöhte Sendungsvolumen in diesem Bereich stellte eine enorme Herausforderung für uns dar, glich aber gleichzeitig andere Sparten, die aufgrund der Situation rückläufig waren, wieder aus. Trotzdem gelang es uns, für Stabilität zu sorgen und unsere Kunden in der gewohnten Qualität zu bedienen. Auch in den übrigen Geschäftseinheiten haben sich die Geschäfte weitestgehend positiv entwickelt. Bei der A/S Logcare gab es beispielsweise, wie bereits im vergangenen Jahr, eine steigende Nachfrage im Bereich der Arbeitsnehmerüberlassung. Auch in unserem IT-Haus, der Quentia, hat sich dieses Jahr vieles getan. Strategisch geht es hier in eine vielversprechende, neue Richtung. Auch wenn das Jahr rückblickend von vielen Herausforderungen geprägt war, freuen wir uns über die positive Geschäftsentwicklung.

 

Welche Herausforderungen galt es in diesem Jahr denn zu meistern?

Die derzeit größte Herausforderung stellt für uns schlichtweg die Unvorhersehbarkeit dar. Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell sich Situationen ändern können, weshalb es umso wichtiger ist, sich flexibel anzupassen. Es ist uns gelungen, auch in extremen Situationen den Blick fokussiert nach vorne zu richten – seien es die begrenzten Lagerkapazitäten, maximale Schwankungen im Umschlag oder die enormen Steigerungen der Frachtpreise, vor allem auch in der Luft- und Seefracht. Ähnlich wie beim Lauftraining, wo man durch wiederholtes Erreichen des eigenen Limits die Belastungsgrenze mittelfristig verschieben kann, gehen wir gestärkt aus der Pandemie hervor. Die extremen Bedingungen der letzten Monate haben uns immer wieder nahe an unsere Belastungsgrenze gebracht. Sie haben uns dazu gezwungen, noch flexibler und mit noch intelligenteren Lösungen zu reagieren. Dadurch sind wir insgesamt besser geworden und fühlen uns bestens vorbereitet für die Herausforderungen von morgen.

 

Welche strategischen Meilensteine konnten Sie mit Ihrer Mannschaft erreichen?

Ganz oben auf der Agenda standen für uns die drei Themen Personalentwicklung, Digitalisierung und Internationalisierung. Im HR-Bereich freuen wir uns, seit Beginn des Jahres eine Expertin für Personalentwicklung an Bord zu haben. Wir wissen, dass stetiges Lernen der Schlüssel ist, um auch zukünftig erfolgreich sein zu können. Die Förderung und Entwicklung unserer Mitarbeitenden hat deshalb bei Andreas Schmid einen ganz besonderen Stellenwert. Durch die Konzeptionierung gezielter Fach- und Führungstrainings wurde dieses Jahr der Grundstein gelegt, um unseren Mitarbeitenden zukünftig genau die Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, die sie brauchen. Auch im Bereich der Mitarbeiter-Benefits hat sich einiges getan. Angebote wie etwa das Bike-Leasing sorgten in diesem Zusammenhang für große Begeisterung. Das Thema Digitalisierung hat für uns nach wie vor höchste Priorität. Hervorzuheben ist hierbei einerseits unser neu gegründetes RPA-Team, das sich schwerpunktmäßig mit der Automatisierung von Geschäftsprozessen beschäftigt. Andererseits haben wir dieses Jahr große Fortschritte im Bereich der unternehmensweiten Einführung von Kollaborationsanwendungen wie beispielsweise Microsoft Teams erzielt. In diesem Zuge wurde auch die Telefonie komplett auf digital umgestellt. Unser Vertrieb profitiert mittlerweile von einer innovativen CRM-Lösung und im Bereich Kontraktlogistik ergeben sich durch das neue WMS-System völlig neue Möglichkeiten. Auch im Bereich Internationalisierung und Expansion hat sich im Jahr 2021 vieles getan. Durch den weiteren Ausbau unseres europäischen Partnernetzwerks konnten wir unser internationales Geschäft trotz der Pandemieeinflüsse deutlich steigern. Um der zunehmenden Nachfrage in Tschechien gerecht zu werden, haben wir dieses Jahr mit der Erweiterung unseres Logistik-Centers in Prag begonnen. So können wir unseren Kunden ab dem nächsten Jahr auf 6500 Quadratmetern intelligente Logistikleistungen anbieten. Besonders freue ich mich, dass wir dieses Jahr in Ungarn einen neuen Auslandsstandort gegründet haben und dort in Kürze den Betrieb aufnehmen werden. Natürlich erforschen und entwickeln wir auch neue Geschäftsfelder, die unsere logistische Kernkompetenz sinnvoll erweitern. Hierbei arbeiten wir Hand in Hand mit dem Andreas Schmid Lab. So konnten wir dieses Jahr mit dem Marktstart von EXELTS und AS Drone Services den Einstieg in den Bereich der Bestattungslogistik sowie in das Zukunftsfeld der autonomen Drohnen feiern.

 

Was hat Sie in 2021 besonders stolz gemacht?

Besonders stolz bin ich auf unsere Mitarbeitenden und deren Teamspirit, der uns die Herausforderungen dieses turbulenten Jahres meistern ließ. Gerade in Zeiten einer Pandemie ist es wichtig, zusammenzuhalten und schwierige Situationen gemeinsam zu bewältigen. Ich freue mich sehr, dass wir uns bei Andreas Schmid aufeinander verlassen können. Durch die Unterstützung jedes Einzelnen wurde es möglich, dass wir vieles von dem, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben, trotz teilweise widrigster Umstände erreichen konnten. Mein ganz besonderer Dank gilt daher all unseren Kolleginnen und Kollegen! Blicken wir auf das nächste Jahr.

 

Auf welchen Themen wird im neuen Jahr der Fokus liegen?

Unter hoffentlich besseren Vorzeichen werden wir nächstes Jahr genau dort weitermachen, wo wir dieses Jahr aufgehört haben. Neben spannenden internen Projekten werden wir unsere Aktivitäten im Bereich Personalentwicklung vorantreiben und die Potenziale der Digitalisierung weiter ausschöpfen. Unseren Wachstums- und Expansionskurs werden wir fortsetzen und hierbei unseren Fokus darauflegen, die neu gegründeten Gesellschaften im In- und Ausland auf eine stabile Basis zu stellen und in den jeweiligen Märkten zu etablieren. Wichtig ist uns auch, dass wir bei der Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele weiter vorankommen und so einen wertvollen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten.

 

Auf welche Herausforderung freuen Sie sich besonders?

In den vergangenen Jahren haben wir wichtige Weichen gestellt. Wir haben spannende Projekte auf den Weg gebracht und diese mit großem Engagement vorangetrieben. Wer sich viel vornimmt, wird selbstverständlich immer wieder auf Hürden stoßen, die es zu bewältigen gilt. Unsere größte Herausforderung wird daher sein, die kleinen und großen Hürden bei der Erreichung unserer Ziele fokussiert und gelassen zu meistern. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns dies gemeinsam gelingen wird, und freue mich, sofern es die pandemische Lage zulässt, den gemeinsamen Erfolg endlich wieder persönlich mit allen Beteiligten ausgiebig feiern zu können.